Die PARODONTOLOGIE (Tätigkeitsschwerpunkt 1)

ist die Lehre vom Zahnhalteapparat (Parodontium) und beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung von Erkrankungen und Abbau der Komponenten die den Zahn im Kiefer stabil halten.

Der Zahnhalteapparat (Parodontium) fixiert den Zahn im Kiefer und besteht aus:

  • Alveole (das knöcherne Fach im Kiefer)
  • Zahnfleisch (Gingiva)
  • Wurzelhaut (die Gesamtheit der elastischen Fasern, mit denen der Zahn in der Alveole verankert ist)
  • Wurzelzement (Cementum)

Das Ziel der Parodontologie ist; durch die passende Therapie um den Erhalt jedes parodontalgeschädigten Zahn zu kämpfen.

Was ist Parodontitis? Eine schleichende Zahnbetterkrankung!

Parodontitis (umgangssprachlich Parodontose) ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates.
Sie ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die unbedingt behandelt werden muss.

Ohne Behandlung kann die Parodontitis zum einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodont), Zahnlockerung und schließlich zu Zahnausfall führen und ernste Krankheiten auslösen.
Die Erkrankung ist tückisch und wird häufig über einen langen Zeitraum vom Patienten nicht wahrgenommen.

Verursacht wird die Parodontitis durch Bakterien und die Entzündungsreaktion des Körpers.

Parodontitis ist ein Fall für den Zahnarzt!
Wichtig ist das frühzeitige Erkennen und Behandeln einer Parodontalerkrankung.

Eine Parodontitis beginnt immer mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis)!
Sie lässt sich in den meisten Fällen relativ einfach und erfolgreich behandeln aber der Verlust an Knochen und Zahnfleisch lässt sich zwar nicht mehr rückgängig machen (irreversibel), aber aufhalten.

Ein langfristiger Erfolg der Therapie kann nur durch gemeinsame Bemühungen von Zahnarzt UND Patient erreicht werden.

Wie wichtig die Bodenbeschaffenheit und deren Tragfähigkeit für die Stabilität eines Bauwerkes oder eines Baumes ist, ist wahrscheinlich den meisten Menschen bekannt. Genau so wichtig ist auch die Beziehung zwischen Zahnbett und Zahnstabilität.

Warnzeichen für eine Kontrolle:



Wenn Sie ein oder mehrere dieser Anzeichen bei sich bemerken, bitte nicht hinauszögern.

Je früher die Existenz einer Erkrankung festgestellt und die medizinisch notwendige Behandlung eingeleitet wird, desto geringer ist die Gefahr der bleibenden Schäden im Zahnhalteapparat.

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Blutet das Zahnfleisches beim Zähneputzen, dann Zahnpasta XY kaufen ist zwar nett, aber vereinbaren Sie lieber auch ein Kontrolltermin.

Das Bluten des Zahnfleisches beim Zähneputzen ist ein wichtiges Warnzeichen einer Parodontitis!

.... und ein sehr wichtigen Grund, mit uns ein Kontrolltermin zu vereinbaren!!!
Je frühzeitiger eine Behandlung erfolgt, desto besser, weil der eventuelle Verlust an Knochen und Zahnfleisch sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Rauchen Sie? Die Frühwarnfunktion wird vom Rauchen abgeschaltet

Rauchen - ein veränderbarer Risikofaktor! - verschlechtert die Durchblutung im Zahnfleisch durch die Störung der Blutversorgung und so wird das (Warnzeichen) Zahnfleischbluten tückisch unterdrückt. Die Raucher merken dadurch lange Zeit nichts von dem angefangenen destruktiven Prozess des Zahnhalteapparates. So schädigt starker Zigarettenkonsum auch Zähne und Zahnfleisch. Raucher erkranken weit häufiger an einer Parodontitis, als Nichtraucher.

Das Zahnfleischbluten ist ein wichtiges, typisches Frühwarnzeichen einer beginnenden oder einer schon existierenden Parodontalerkrankung. Je früher eine Erkennung erfolgt, umso besser für die Prognose bezüglich des weiteren Fortschreiten der Parodontalerkrankung möglich.

Rauchen vermindert die Fähigkeit, Infektionen zu bekämpfen und verzögert die Heilung.
Der Krankheitsverlauf meist schwerer als bei Nichtrauchern und die Heilungsaussichten sind geringer.
Raucher sprechen nicht so gut auf Behandlungen an und sind anfälliger für Zahnausfall.

Erschwerend kommt hinzu, dass nötige Parodontitis-Therapien oft verspätet eingeleitet werden, denn die Symptome der Erkrankung sind bei Rauchern meist schwächer ausgeprägt als bei Nichtrauchern.



Mundgeruch – der peinliche Mief im Atem.

Ein Grund für sozialen Isolation?

Geruch des Atems (Foetor ex ore / Halitose) ist meist nur für andere zu riechen. Oft wissen die Betroffenen selbst nichts davon und sind auf Hinweise von Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen angewiesen.

Bei rund 80-90% aller Fälle sind Bakterien in der Mundhöhle die Ursache - oft ein Fall für die Parodontologie. Wir beraten Sie gerne, welche Methoden zur Bekämpfung von Mundgeruch für Sie am besten geeignet sind. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.


Ohne bakterielle Zahnbeläge entsteht keine Gingivitis.

Gingivitis - Entzündetes Zahnfleisch

Erkranktes Zahnfleisch ist gerötet, blutet leicht bei Berührung und ist geschwollen. Die Zähne sind mit bakteriellen und verfärbten Belägen (Plaque) behaftet.
Die Bakterien bilden zusammen mit dem Speichel und Nahrung die Plaque (Zahnbelag), Auslöser der Zahnfleischentzündung am Zahnfleischrand. Die Ursache von Zahnfleischentzündungen sind die von Bakterien freigesetzten Giftstoffe, auf die der Körper mit einer Entzündung reagiert.


Erwachsene (Ü40) verlieren in Deutschland mehr Zähne durch die Parodontalerkrankung als durch Karies!

Kariesfreie Zähne!
oben li. und re. nach der PZR (Professionelle Zahnreinigung)
unten li. und re. nach der PZR (Professionelle Zahnreinigung)


Die unbehandelte Parodontitis aggressive kann rapide zu Zahnverlust führen

Ursache dieser Form der Parodontitis sind aggressive Bakterien. Mit einem Bakterientest werden die Keime identifiziert und gezielt medikamentös behandelt. Eine Antibiotika-Therapie ist in einem solchen Fall erforderlich.


Parodontale Erkrankung wegen/während der Schwangerschaft?

Früher sagte man, dass jedes Kind (die werdende Mutter) einen Zahn kostet.
Heute sagt man, dass es nicht sein muss.

Je nach Gesudheits-, Krankheitsstatus des Zahnhalteapparates (Parodont), verliert man keinen bzw sogar mehrere Zähnen, unanhängig ob man von einer Frau oder Mann spricht, oder ob eine Frau schwanger ist oder nicht.
Eine gute Zahnpflege und Mundhygiene ist immer wichtig und während und nach einer Schwangerschaft besonders bedeutungsvoll.

Die Schwangerschaft - eine natürliche hormonelle Explosion

Die hormonellen Umstellungen bewirken schon zu Beginn der Schwangerschaft sehr viele Veränderungen im ganzen Körper der Schwangeren. Einige Beispiele:

  • der Geruchssinn wird empfindlicher
  • Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen
  • Hyperemesis gravidarum (übermäßiges und anhaltendes Erbrechen)
  • Hautveränderungen (Schwangerschaftsdermatosen)
  • die Gewichtszunahme
  • die Bildung der Linea nigra
  • etc

Die orale Manifestation währen der Schwangerschaft

  • Schwangerschaftsgingivitis - Zahnfleischentzündungen kommen relativ häufig während einer Schwangerschaft vor
  • Schwangerschaftsepulis - Mundschleimhautwucherung, wesentlich seltener
  • der Speichelfluss nimmt zu
  • die Veränderungen im Hormonhaushalt beeinflussen außerdem die Eigenschaften und Zusammensetzung des Speichels.

Eine gute Zahnpflege kann aber dazu beitragen, dass keine stärkeren Beschwerden auftreten.

Entmineralisierung der Zähne durch Schwangerschaft?

Die Behauptung, dass während der Schwangerschaft das Kalzium aus den Mutterzähnen entzogen wird, um den Bedarf des ungeborenen Kindes zu decken ist nicht richtig.
"Das Kind bedient sich bei der Mutter":
Schwangere sollten allerdings während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf eine ausreichende Versorgung mit Kalcium achten, damit kein Kalcium aus dem Knochen (inkl. Kieferknochen) abgebaut wird,
was zu einer Zahnlockerung ± Zahnverlust führen kann.


Die Juvenile Parodontitis beginnt während der Pubertät!


Mikrobiologie-Test

Leistungen die wir Ihnen in Zusammenarbeit mit der

Medizinisches Versorgungszentrum Labor Diagnostik Karlsruhe GmbH (MVZ)

anbieten:

Parodontitis Mikrobiologie-Test

Mit dem Parodontitis Mikrobiologie-Test ist es möglich die fünf wichtigsten Markerkeime Aggregatibacter actinomycetemcomitans (ehemals Actinobacillus actinomycetemcomitans), Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Tannerella forsythensis und Treponema denticola gleichzeitig und hochspezifisch nachzuweisen und darauf basierend eine verlässliche Aussage zu machen, ob die lokale, mechanische Reinigung durch die Gabe von Antibiotika unterstützt werden muss, welche Antibiotika sinnvoll sind und welche Therapiedauer notwendig ist.

Parodontitis Risiko-Test

Der Parodontitis Risiko-Test untersucht die genetische Disposition, vermehrt entzündungsförderndes Interleukin 1 zu bilden. Dadurch kommt es bei betroffenen Patienten zu stärkerer Entzündungsreaktion und Gewebedestruktion. Er stellt somit einen prognostischen Gentest dar, der es dem behandelnden Zahnarzt ermöglicht, den weiteren Verlauf der Erkrankung besser abschätzen zu können, da positive Testergebnisse hochsignifikant mit schwerer Parodontitisverläufen korrelieren. Insbesondere Raucher mit Interleukin-Gendefekten haben ein erhöhtes Risiko für Implantatversagen.

Kariesrisiko-Test

Per Speicheldiagnostik ist es möglich das individuelle Kariesrisiko abzuschätzen. Die darin enthaltenen Parameter umfassen neben der mikrobiologischen Diagnostik (Streptococcus mutans- und Laktobazillen-Konzentration) auch die Speichelsekretionsrate und den pH-Wert des Speichels. Aus der Kombination der gefundenen Werte kann das individuelle Kariesrisiko abgeschätzt werden.

Stomatitis- und Abszess-Diagnostik

Mit einem Abstrich der Mundschleimhaut können bei Verdacht auf Soor oder Prothesenstomatitis Sproßpilze und bei Abszessen Eitererreger nachgewiesen werden. Beim Nachweis pathogener Keime wird ein Antibiogramm und auf Wunsch auch ein Antimykogramm erstellt.

Die genannten Teste ermöglichen es dem Zahnmediziner bei Parodontitis, Karies, Stomatitis und Abszessen:

  • bessere Behandlungsergebnisse aufgrund einer mikrobiologisch fundierten Therapie zu erzielen,
  • Risiken vor aufwendigen Sanierungen (z. B. Implantatversorgung) besser abschätzen zu können,
  • Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und damit intensive Prophylaxemaßnahmen sowie individuell angepasste Recall-Intervalle einleiten zu können.
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